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Arda Alipek erzielte in der Nachspielzeit den 3:2 Siegtreffer (Archivfoto von sportfotos-mkk)

(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 02.April 2026) Steinbach (pf) – Spektakel gab es am Donnerstagabend im Mühlengrund beim Verfolgerduell der Fußball-Verbandsliga Nord: Es ging um den zweiten Tabellenplatz, den die SG Bad Soden erstmal sicherte. Auf welche Weise, war allerdings eine andere Geschichte:  Erst war es ein Elfmeter-Festival, später spielten die Joker dann eine große Rolle (update).

Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit, als der 30 Minuten zuvor eingewechselte Arda Alipek für Bad Soden aus 20 Metern mit einem Volley flach unten ins Eck traf – der Jubel beim Gast war riesig, danach war direkt Schluss. Steinbach hat zwar ein Spiel in der Hinterhand, liegt aber nun erstmal fünf Punkte hinter den Sprudelkickern, die die Vizemeisterschaft weiter selbst in der Hand haben. „Das fühlt sich natürlich erstmal wieder ganz gut an“, atmete Gäste-Trainer Lars Schmidt auf und freute sich für Alipek und das tolle Tor: „Grundsätzlich wissen wir, dass er diese Verwertung so im Fuß hat“.

Wenig passierte in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der beide noch abwartend agierten: Die erste Großchance für Steinbach vergab Nils Hartung nach 40 Minuten, der nach einer Ecke Sodens Keeper Duschner aus wenigen Metern anschoss. In der Nachspielzeit klingelte es dann aber: Simon Hennighausen köpfte den SVS nach Flanke von Alex Reith in Front.

Soden wäre mit einer Niederlage auf Rang drei abgerutscht und kam dann mit zwei Spitzen aus der Kabine – und deutlich „schärfer und gieriger“, wie es Schmidt umschrieb: Lukas Ehlert verwandelte einen Elfmeter zum Ausgleich – Moritz Herbig hatte auf Steinbacher Seite gefoult. Das war insofern bemerkenswert, als das Herbig eine knappe Viertelstunde später das nächste Foul verursachte, er die zweite Gelbe Karte sah und damit vom Platz musste, und erneut Ehlert aus elf Metern ins selbe Eck das Spiel gedreht hatte. Paliatka nahm Herbig nach Abpfiff in Schutz: „Natürlich ist das bitter, die Elfmeter waren billig. Aber wir sind Menschen und machen alle Fehler. Heute hat es ihn erwischt, aber er hat schon genug starke Spiele für uns gemacht und ist wichtig für die Mannschaft. Das muss er abhaken“.

Nun war Steinbach wiederum am Zug und kam in Unterzahl spät zum Ausgleich: Akif Kovac, der im Gegensatz zu Cousin Mirza zunächst auf der Bank saß, bescherte den Fans im Mühlengrund den 2:2-Ausgleich, ebenfalls per Elfmeter, wobei die Örtlichkeit aus Sodener Sicht strittig war: „Unisono wurde neben dem Platz gesagt, dass das Foul außerhalb war“, so Schmidt. Vier Minuten Extra-Zeit waren dann angezeigt, und diese reizte Soden auch voll aus und glaubte bis zum Schluss dran – ehe Alipeks Volley einschlug und die Steinbacher wieder verstummen ließ.

„Dass wir in Unterzahl weiter Gas geben und den Ausgleich gemacht haben, dafür muss ich die Jungs loben. Sie haben über 90 Minuten heute alles gegeben, am Ende ist es natürlich richtig ärgerlich, wenn du wieder ein spätes Gegentor kassierst“, sagte Paliatka. Schon in Eichenzell gab Steinbach in der Nachspielzeit zwei Punkte her, in Wabern fiel das 2:3 zuletzt ebenfalls kurz vor Schluss. Doch der Coach blieb kämpferisch: „Wir müssen zusehen, dass wir die Köpfe wieder freikriegen. Das waren jetzt bittere Spiele, aber auch das gehört dazu“.

Steinbach: Pino Puig; Hartung (60. Brähler), T. Wiegand, F. Wiegand, Kehl (69. Reichmann), Hennighausen, Halimi (66. Kovac), Koch (76. Ay), Yanez, Herbig, Reith.

Bad Soden: Duschner; Hilchenbach, Banh, Kovac, Ehlert, Costa Sabate, Neiter, Damm, Vinojcic (59. Alipek), Mosch, Kymlicka.

Schiedsrichter: Florian Carls (Wabern)

Tore: 1:0 Simon Hennighausen (45.+3), 1:1 Lukas Ehlert (51., Foulelfmeter), 1:2 Lukas Ehlert (64., Foulelfmeter), 2:2 Akif Kovac (85., Foulelfmeter), 2:3 Arda Alipek (90.+4)

Zuschauer: 270

Gelb-Rote Karte: Moritz Herbig (Steinbach, 63.)

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