
(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 03.Mai 2026) Kleinalmerode (jah) – Das war wahrlich kein Duell für schwache Nerven, dass sich die SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach und die SG Bad Soden in der Fußball-Verbandsliga am Sonntagnachmittag lieferten: Den Gastgebern gelang in der Nachspielzeit noch der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich, die Elf von Lars Schmidt hatte in Person von Keanu Banh jedoch das letzte Wort.
Im ersten Durchgang sahen die knapp 100 Zuschauer im Westen von Kassel ein unspektakuläres Spiel, Sodens Trainer Lars Schmidt bezeichnete die ersten 45 Minuten als „Abnutzungskampf“ – die Schlussphase entschädigte dafür jedoch komplett: Nach einem mehr als zweifelhaften Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Maurice Braun nach einem vermeintlichen Foul von Jaroslav Kymlicka verwandelte Jan Kaufmann den fälligen Strafstoß souverän und stellte auf 2:2 (90.+1). „Er trifft erst den Ball und dann den Gegner, das war kein Elfmeter. Wir waren ziemlich erbost über diese Entscheidung“, haderte Schmidt, dessen Ärger jedoch nur 120 Sekunden später wieder verflogen war: Angestachelt von der zweifelhaften Entscheidung warfen die Sprudelkicker nochmal alles nach vorne – und kamen mit der letzten Aktion des Spiels tatsächlich noch zum Siegtreffer. Nico Damm brachte den Ball per Flanke nach innen und fand Mirza Kovac, der zu Keanu Banh weiterleitete. Der 25-Jährige stieg in der Mitte am höchsten und traf per Kopf ins Glück (90.+3). „Es fühlt sich gerade einfach nur gut an“, fielen Schmidt nach dem Schlusspfiff gleich mehrere Steine vom Herzen: „Wir haben nie aufgegeben, und auch insgesamt war das eine sehr gute Leistung von uns.“
Zu Beginn des Spiels deutete wenig auf diese spektakuläre Schlussphase hin: Soden fand anfangs gar nicht ins Spiel, die Führung der Dreierspielgemeinschaft nach nicht einmal zehn Minuten durch Jan Kaufmann entsprechend auch nicht unverdient. „Das haben wir schlecht verteidigt, er hat es aber auch wirklich gut gemacht“, befand Schmidt: „Aber es war danach dennoch zu spüren: Wir sind da.“ Die Sprudelkicker arbeiteten sich sukzessive ins Spiel zurück und übernahmen mit Anpfiff der zweiten Halbzeit zunehmend die Spielkontrolle. Spase Arsov mit einem schönen Treffer (71.) und Hamed Noori nur drei Minuten später drehten die Partie komplett, ehe der Elfmeterpfiff die dramatische Nachspielzeit einläutete – und der Kopf von Keanu Banh für den zweiten Sodener Sieg in Folge sorgte. Der Aufstiegsrelegationsplatz dürfte den Gästen damit kaum noch zu nehmen sein, außerdem lieferten die Sprudelkicker mit dem Last-Minute-Sieg die perfekte Antwort auf den Erfolg von Spitzenreiter Hessen Kassel gegen Flieden – der Rückstand auf Platz eins beträgt nach wie vor zwei Punkte, das Rückspiel gegen die Nordhessen steigt am kommenden am kommenden Samstag. Allerdings hat der Primus noch ein Spiel in der Hinterhand und die Meisterschaft damit weiter in der eigenen Hand.
Klei./Hu./Do.: Ullrich; Leidig, Künzel, Löser, Merle (55. Blumenstein), Lorenzoni, Kaufmann, Brethauer (75. Gossmann), Demus, Herdt, Jank (83. Wiesendorf)
Bad Soden: Myumyunov; Hilchenbach, Banh, Kovac, Ehlert (83. Pospischil), Costa Sabate, Neiter, Vinojcic (71. Noori), Mosch, Kymlicka, Arsov
Schiedsrichter: Maurice Braun (Immenhausen)
Tore: 1:0 Jan Kaufmann (10.), 1:1 Spase Arsov (71.), 1:2 Hamed Noori (74.), 2:2 Jan Kaufmann (90.+1, Foulelfmeter), 2:3 Keanu Banh (90.+3)
Zuschauer: 100