Categories:

Mirza Kovac brachte die Sprudelkicker mit 1:0 in Führung. (Archivfoto von sportfotos-mkk)

(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 09.Mai 2026) Bad Soden (pf) – Was für eine Spannung, was für eine Dramatik: Sieben Minuten Nachspielzeit gab es am Samstag im Spitzenspiel der Fußball-Verbandsliga Nord zwischen der SG Bad Soden und dem KSV Hessen Kassel II, und nachdem es lange Zeit anders aussah, waren die Junglöwen am Ende der gefühlte Sieger: Spät gelang dem KSV ein 1:1 (0:0) an der Bornwiese, mit dem der Tabellenführer seinen Vorsprung verteidigte.

Die Geschehnisse zu verarbeiten, fiel wohl der SG Bad Soden nach Abpfiff etwas schwerer: „Wir versuchen es“, gab Trainer Lars Schmidt an, der zwei Seiten sah: „Auf der einen Seite ist das brutal, da wir es von der Qualität unserer Chancen her früher hätten regeln müssen. Auf der anderen Seite hat die Mannschaft aber wirklich alles reingehauen, was geht, und eine ganz saubere Leistung gezeigt“.

Wer mit dem Punkt besser leben konnte, war natürlich der Gast: „Wir waren heute auch mal wieder der Glücklichere – das hat uns gegen Johannesberg und Wabern zuletzt gefehlt. Den Punkt nehmen wir natürlich gerne mit“, sagte Löwen-Coach Danny Overkamp „super stolz“ auf seine Jungs: „Wir haben mit vielen jungen Spielern gespielt. Wenn man sieht, was Bad Soden für eine Qualität hat und welche Erfahrung sie auch noch einwechseln können…“

Nach der einen oder anderen Verletzungsunterbrechung gab es sieben Minuten Nachspielzeit, nach knapp vier war es dann Altmeister Sebastian Schmeer, der mittlerweile bei über 200 Pflichtspieltoren im Herrenbereich steht, eine Standardsituation einköpfte und Kassel ein Stück näher an den Titelgewinn brachte – wenngleich der KSV noch Brocken wie Lichtenau, das formstarke Eichenzell und Steinbach vor sich hat. Doch mehr als über den späten Gegentreffer ärgerte sich Lars Schmidt über die vergebenen Chancen: „Wir hätten die Konter klarer ausspielen müssen“. Schon in Halbzeit eins verpasste Costa Sabate freistehend die Führung und scheiterte an KSV-Schlussmann Henkel. Im zweiten Durchgang spielte Bad Soden dann mehrere Überzahl-Situationen nicht gut aus. Nur Mirza Kovac fand aus der Drehung aus etwa zwölf Metern nach einer Stunde den Weg ins Tor.

Hintenraus drückte Kassel immer mehr auf das Unentschieden, Soden lauerte auf Konter und bekam einige Möglichkeiten. Doch der Schlusspunkt war schließlich Schmeer vorbehalten, ähnlich wie die Sprudelkicker zuletzt in Kleinalmerode in der 90.+5 das Siegtor erzielten: „So ist dann eben auch der Fußball“, sagte Schmidt, der selbst nach dem Abpfiff einen kühlen Kopf behalten wollte: „Es gilt, die Jungs wieder aufzurichten, damit es keinen Knick gibt. Aber so, wie der Auftritt heute war, habe ich da keine Bedenken“. Unschöne Gesten haben sich die Gastgeber noch nach dem späten Ausgleich anschauen müssen, die wohl von der Kasseler Bank kamen – Sodens Trainer wollte nicht näher darauf eingehen: „Ich bin da schmerzfrei, wenn jemand Faxen machen möchte“. Seine Jungs seien in dieser Szene zumindest „sauber geblieben“.

Overkamp bewertete die Szenerie hinterher kurz: „Wir haben nun mal ein paar 18-, 19-Jährige dabei, die mal etwas sagen. Aber es kamen von anderer Seite vorher auch Sprüche. Gefühlt gab es auch nur einen einzigen Ball am Platz“, rechtfertigte der Gäste-Trainer einerseits auch die lange Nachspielzeit, andererseits bescheinigte der Schiri Maximilian Prölss eine „richtig gute Leistung auf beiden Seiten, mit klarer Linie“. Außerdem bekam Keeper Finn Henkel ein Sonderlob vom Übungsleiter. „Am Ende hatte Bad Soden die klareren Chancen, wir hatten von der Quantität her aber nicht viel weniger“, so Overkamp.

SG Bad Soden: Duschner; Hilchenbach, Banh, Kovac, Ehlert (78. Pospischil), Costa Sabate (89. Noori), Neiter (83. D’Agostini), Vinojcic, Mosch (58. Damm), Kymlicka, Arsov (90.+2 Ljutic).

Hessen Kassel II: Henkel; Wagner, Kersting, Eckhardt, Schmeer, Hofert, Hagemann, Plavcic, Ljatifi, Stegmann, Gül (Pagna, Schönewolf, Angong, Klawonn).

Schiedsrichter: Maximilian Prölss (Ober-Ramstadt)

Tore: 1:0 Mirza Kovac (60.), 1:1 Sebastian Schmeer (90.+4)

Zuschauer: 300

Tags: