
(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 06.September 2025) Vellmar (pf) – Ein Spiel für die Annalen: Die SG Bad Soden hat am Samstag beim OSC Vellmar zu keiner Zeit zurückgelegen und musste doch bis zum Ende um den Sieg ringen. Umkämpft war es, aber nie langweilig: Mit 6:4 (3.2) setzten sich die Sprudelkicker am Ende beim OSC durch, in der Schlussphase war es Daniele Fiorentino, der dem Wahnsinn noch die Krone aufsetzte.
Dreimal legte Bad Soden vor, dreimal glich Vellmar aus. Eine irre Achterbahnfahrt, ein wilder Ritt, ein „Hin und Her“, so Trainer Lars Schmidt, der von außen wohl auch nicht mehr ruhig zusehen konnte. Edeljoker Daniele Fiorentino kam eine Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 3:3 ins Spiel, nicht ohne Hintergedanken: „Man hat ja schon so seine Ideen, wenn man jemanden bringt. Das hat heute funktioniert“, schmunzelte Schmidt: Der 41-Jährige traf erst zum umjubelten 4:3, bevor die Nordhessen in Person von Lukas Geisler das letzte Wort haben wollten: Dieser traf per Flugeinlage zum 4:4, doch Fiorentino hatte so einiges dagegen und vollstreckte nach einem Konter aber mal eiskalt. Selbst mit dem neunten Tor des Tages war es noch nicht vorbei, der Schlusspunkt gehörte Lukas Ehlert, dieser Elfmeter war dann aber zumindest aus Vellmaer Sicht zweifelhaft.
Den Sprudelkickern war es egal – ein schwieriges Spiel wurde „nicht unverdient“ gewonnen, befand Schmidt: „Wir hatten auch unsere Möglichkeiten und haben noch ein bisschen was liegenlassen“. Der Trainer musste in der Startelf etwas umbauen, unter anderem spielte Kapitän Neiter erstmals nach Verletzung wieder von Beginn an. Trotzdem legte Soden nach der spielfreien Woche los wie die Feuerwehr: Ein OSC-Eigentor, einmal Costa Sabate nach Konter. Doch Sicherheit gab dieses schnelle 2:0 nicht unbedingt: „Wir dachten vielleicht ein bisschen, dass es dann von alleine läuft“, haderte Schmidt: Kaum war es ausgesprochen, stand es schon 2:2 und es wurde ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Gäste aber zum psychologisch ganz wichtigen Zeitpunkt das 3:2 erzielten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff passierte Vellmar das nächste Eigentor.
Es wurde ein munteres Hin und Her, der OSC steckte nie auf und war nach vorne hin immer gefährlich. Die Gäste erkannten wiederum in der Defensive Schwächen beim Gegner, konnten selbst jedoch kaum defensiv reagieren, weil die Alternativen auf der Bank fehlten. Und während die Kulisse in Vellmar überschaubar war, bekamen die, die vor Ort waren, noch viel mehr geboten.
Vellmar: Gingel; Siebert, Hesemeier, Sattorov, Ma. Agyekum (77. Aydin), Kara (70. van der Veen), Schade (81. Scherer), Geisler, Porada, Reimsche (86. Schmidt), Sen.
Bad Soden: Myumynov; Hilchenbach, Saracevic, Ehlert, Costa Sabate Neiter, Damm, Vinojcic (83. Krayer), Mosch (54. Kovac), Alipek (54. Noori), Arsov (74. Fiorentino, 90.+3 El Hassani).
Schiedsrichter: Ali-Kaan Pelitli (FSV Fernwald)
Tore: 0:1 Maik Siebert (3., Eigentor), 0:2 David Costa Sabate (10.), 1:2 Lukas Geisler (18.), 2:2 Rolf Sattorov (26.), 2:3 Pascal Hesemeier (45.+3, Eigentor), 3:3 Marlin Porada (65.), 3:4 Daniele Fiorentino (85.), 4:4 Lukas Geisler (88.), 4:5 Daniele Fiorentino (90.+2), 4:6 Lukas Ehlert (90.+5, Foulelfmeter)
Zuschauer: 100